Borjomi: der georgische Kurort berühmt für sein Heilwasser
Borjomi ist einer jener Namen, die in Georgien jeder kennt. Sein natürlich kohlensäurehaltiges Mineralwasser, das seit den 1820er Jahren bei 38–41 °C aus den Quellen sprudelt, die die kaiserlich-russische Armee entdeckte, ist heute Georgiens drittgrößtes Exportprodukt und wird in mehr als 30 Ländern verkauft. Doch Borjomi ist weit mehr als eine Flasche Wasser: Es ist ein eleganter Bergkurort mit einem spektakulären Nationalpark.
Das Heilwasser von Borjomi: Eigenschaften und wo man es probiert
Das Borjomi-Wasser ist natürlich kohlensäurehaltig und reich an Mineralien: Bikarbonat, Natrium, Kalzium und Magnesium. Georgische und russische Forscher haben seinen Einsatz bei Verdauungserkrankungen und Diabetes mellitus empfohlen. Es kann direkt aus den Quellen im Kurpark getrunken werden, der vom Stadtzentrum aus zugänglich ist, wo das Wasser heiß und mit starkem Mineralgeschmack austritt.
Für Ungewohnte ist der Geschmack intensiv und gewöhnungsbedürftig. Georgier trinken es als tägliches Heilmittel; Touristen empfinden es zunächst oft als eigentümlich und werden dann süchtig danach.
Der Nationalpark Borjomi-Kharagauli: Abenteuer im Kaukasus
Mit 85.000 Hektar ist der Nationalpark Borjomi-Kharagauli einer der größten Europas und der größte im Kaukasus. Er bietet:
- Wanderwege von 1 bis 7 Tagen mit Hütten im Wald
- Tierbeobachtung: Bären, Wölfe, Hirsche und Adler
- Landschaften aus gemäßigtem Wald und Hochalpenwiesen
- Campingplätze und Unterkunft in Berghütten
Geschichte und Kultur von Borjomi: vom Zaren zum modernen Tourismus
Borjomi war im 19. Jahrhundert das Lieblingskurbad des russischen Adels. Die Großfürsten bauten hier ihre Sommerresidenzen; erhalten sind noch der Palast des Großfürsten Mikhail und mehrere Chalets im Schweizer Stil. Nach der Unabhängigkeit Georgiens erlebt die Stadt einen touristischen Aufschwung, der sein historisches Erbe mit dem Öko-Tourismus verbindet. Kombinierbar mit einem Besuch der Festung Rabat in Achalziche, 50 km entfernt.
Häufige Fragen
Wie kommt man von Tiflis nach Borjomi?
Es gibt Direktzüge von Tiflis nach Borjomi, die etwa 3 Stunden dauern. Auch Marschrutkas ab dem Bahnhof Didube in Tiflis. Mit dem Auto sind es ca. 160 km (2,5 Stunden) über die Autobahn nach Achalziche.
Kann man das Borjomi-Wasser direkt aus der Quelle trinken?
Ja, im Kurpark von Borjomi gibt es Brunnen, an denen das Wasser direkt aus der Quelle sprudelt. Es ist kostenlos und das ganze Jahr zugänglich. Der Geschmack ist intensiv und mineralisch; es gibt es frisch oder warm je nach Quelle.
Wann ist die beste Zeit, Borjomi zu besuchen?
Frühling (Mai–Juni) und Herbst (September–Oktober) sind ideal: gemäßigtes Klima und spektakuläre Landschaften. Im Sommer ist es warm und der Nationalpark in voller Aktivität. Im Winter liegt die Stadt ruhig und verschneit da, mit romantischer Kurspaatmosphäre.