Kloster Bodbe: das Grab der Heiligen Nino, der Frau, die Georgien zum Christentum bekehrte
Im 4. Jahrhundert n. Chr. kam eine junge Sklavin namens Nino aus Kappadokien nach Georgien und erreichte, was Heere und Diplomatie nicht geschafft hatten: König Mirian III. und sein gesamtes Reich zum Christentum zu bekehren. Die Heilige Nino ist die am meisten verehrte spirituelle Gestalt Georgiens, und ihr Grab ruht im Kloster Bodbe, neben dem romantischsten Dorf des Kaukasus: Signaghi.
Geschichte: vom Grab der Heiligen Nino zum Frauenkloster
Die Heilige Nino starb im 4. Jahrhundert und wurde an diesem Ort in Kachetien begraben, der sofort zum Wallfahrtsort wurde. Das erste Kloster wurde im 9. Jahrhundert gegründet; das heutige Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert mit Umbauten aus dem 19. Jahrhundert während der russischen Periode.
In der Sowjetzeit wurde das Kloster in ein Krankenhaus umgewandelt. Nach Georgiens Unabhängigkeit wurde es in den 1990er Jahren restauriert und funktioniert heute als aktives Frauenkloster mit Klausurnonnen. Die Reliquien der Heiligen Nino werden in einer silbernen Nische unter dem Hauptaltar der Basilika aufbewahrt.
Architektur: eine Dreischiff-Basilika zwischen Zypressen
Die Basilika von Bodbe ist ein Beispiel des Dreiapsis-Dreischiff-Stils der mittelalterlichen georgischen Architektur. Ihr schlichtes Äußeres kontrastiert mit der spirituellen Atmosphäre des Inneren, wo die silberne Nische mit den Reliquien der Heiligen Nino den Mittelpunkt der Verehrung bildet. Der Glockenturm wurde zwischen 1862 und 1885 hinzugefügt.
Der Klostergarten mit seinen alten Zypressen, Pflaumenbäumen und Wildblumen ist ein außergewöhnlich friedvoller Ort mit Blicken auf das Alazani-Tal und die Weinberge Kachetiens.
Bodbe und Signaghi kombinieren
Bodbe liegt nur 2 km von Signaghi entfernt, dem malerischsten Dorf Kachetiens, bekannt als das „Dorf der Liebe" mit seinem 24-Stunden-Standesamt. Die Kombination ist perfekt: morgens Bodbe besuchen (ruhigere Atmosphäre) und dann durch die kopfsteinpflasterreichen Gassen von Signaghi mit Kaukasusblick bummeln. Von Tiflis sind es 100 km (1,5 Stunden mit dem Auto).
Häufige Fragen
Wer war die Heilige Nino und warum ist sie in Georgien so wichtig?
Die Heilige Nino war eine junge Christin aus Kappadokien (heutige Türkei), die 327 n. Chr. nach Georgien kam und König Mirian III. und Königin Nana zum Christentum bekehrte. Seitdem übernahm Georgien das Christentum als Staatsreligion. Die Heilige Nino gilt in der Georgischen Orthodoxen Kirche als „apostelgleich".
Ist der Zutritt für Frauen ins Kloster Bodbe erlaubt?
Ja, sowohl Männer als auch Frauen können das Kloster besuchen. Da es ein aktives Frauenkloster ist, wird angemessene Kleidung verlangt (bedeckte Schultern und Knie, Kopftuch für Frauen), und man sollte Stille und Respekt im Gelände wahren. Es ist ein aktiver Andachtsort, nicht nur ein touristisches Ziel.
Gibt es in Bodbe eine Wunderquelle?
Ja, etwa 10 Gehminuten bergab vom Kloster gibt es eine heilige Quelle mit kaltem Wasser, an der die Heilige Nino der Überlieferung nach Heilungswunder vollbracht haben soll. Es ist ein Wallfahrtsort, an dem die Gläubigen ihre Hände und ihr Gesicht mit dem Quellwasser benetzen.