Festung Narikala: die Zitadelle, die die Entstehung und das Wachstum Tiflis' erlebt hat
Von jedem Punkt in Tiflis aus sieht man, wenn man den Blick hebt, ihre Silhouette auf dem Hügel: die Festung Narikala. Diese Zitadelle aus dem 4. Jahrhundert ist das historische Rückgrat der georgischen Hauptstadt. Perser, Araber, Mongolen, Türken und Russen kontrollierten, erweiterten und zerstörten sie abwechselnd — und doch stehen ihre Mauern noch heute.
Geschichte: vom persischen Fort zum Symbol von Tiflis
Die Festung wurde im 4. Jahrhundert als persisches Fort angelegt. Die Araber erweiterten sie im 8. Jahrhundert, als sie Tiflis beherrschten. Die georgischen Könige verstärkten sie im 12. und 13. Jahrhundert während des Goldenen Zeitalters. 1827 zerstörte ein Erdbeben einen Großteil der Mauern, und die gelagerten Schießpulvervorräte explodierten und verursachten irreparable Schäden an mehreren Mauerabschnitten.
Innerhalb der Mauern ist die Nikolauskirche erhalten, die in den 1990er Jahren wiederaufgebaut wurde und an Wochenenden Messen feiert. Direkt außerhalb der Festung, auf dem benachbarten Felsen, erhebt sich das Denkmal Kartlis Deda (Mutter Georgiens) — die 20 Meter hohe Aluminiumfigur mit Schwert und Weinpokal, die Georgien symbolisiert.
Was man von der Festung aus sieht
Die Aussicht von den Mauern Narikalas ist die schönste von Tiflis:
- Die Altstadt mit ihren Holzbalkonen
- Die Kuppeln von Abanotubani direkt darunter
- Den Fluss Mtkvari und die Brücke des Friedens im Hintergrund
- Das moderne Tiflis am Horizont
Wie man Narikala erreicht: Seilbahn oder Fußweg
Es gibt zwei Möglichkeiten:
- Seilbahn: fährt vom Rike-Park ab, kostet 2,50 GEL und erreicht die Festung in 3 Minuten. Die Aussicht während der Fahrt ist spektakulär
- Zu Fuß: von Abanotubani führt eine Treppe hinauf, die in 15–20 Minuten erreichbar ist
Eintritt zur Festung: kostenlos. Der angrenzende Botanische Garten hat einen eigenen Eintritt (~1 GEL).
Häufige Fragen
Ist der Besuch der Festung Narikala kostenlos?
Ja, der Zugang zu den Mauern Narikalas ist vollständig kostenlos. Nur der angrenzende Botanische Garten und die Seilbahn kosten etwas (sehr günstig). Auch die Nikolauskirche innerhalb der Festung ist frei zugänglich.
Wann ist der beste Moment, Narikala zu besuchen?
Bei Sonnenuntergang, um Tiflis in goldenem Licht zu sehen, und dann nachts, um die Lichter der Stadt zu bewundern. Der Sonnenaufgang ist ebenfalls magisch, erfordert aber sehr frühes Aufstehen. Im Sommer die Mittagshitze meiden.
Was ist das Denkmal Kartlis Deda neben Narikala?
Kartlis Deda (Mutter Georgiens) ist eine 20 Meter hohe Aluminiumskulptur, die 1958 eingeweiht wurde und eine georgische Frau mit einem Schwert in einer Hand (für die Feinde) und einem Weinpokal in der anderen (für die Freunde) darstellt. Sie ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Tiflis.