Gremi: die Ruinen der mittelalterlichen Hauptstadt des Königreichs Kachetien

Im Jahr 1616 legte Schah Abbas I. von Persien eine der wohlhabendsten Städte des östlichen Kaukasus in Schutt und Asche: Gremi, Hauptstadt des Königreichs Kachetien seit dem 15. Jahrhundert. Dreißigtausend Menschen lebten in dieser Stadt auf ihrem Höhepunkt; heute sind nur noch die Ruinen der Zitadelle, eine Kirche und das Schweigen der umgebenden Weinberge geblieben.

Gremi Georgia Kakheti — ruinas ciudadela siglo XVI Iglesia de los Arcángeles
Die Ruinen von Gremi mit der Erzengel-Kirche, inmitten der Weinberge Kachetiens

Geschichte von Gremi: Blüte und Zerstörung

Gremi war seit dem Ende des 15. Jahrhunderts die Hauptstadt des Königreichs Kachetien, strategisch günstig an den Handelsrouten zwischen Europa und Asien gelegen. Die Stadt erblühte dank des Handels mit Wein, Seide und Gewürzen. Auf dem Höhepunkt ihrer Pracht beherbergte sie Paläste, Basare, Bäder und eine Zitadelle mit Blick auf die Alasani-Ebene.

Die Zerstörung von 1616 durch Schah Abbas I. der Safawidendynastie war total und bewusst: Er massakrierte die Bevölkerung, brannte die Gebäude nieder und verschleppte Zehntausende von Georgiern nach Persien. Die Stadt erholte sich nie mehr.

Was man in Gremi heute sehen kann

Vom mittelalterlichen Glanz sind nur die Zitadelle und die Kirche der Erzengel Michael und Gabriel geblieben, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde. Diese Kirche ist außergewöhnlich schön:

  • Verzierte Fassade mit Reliefs von Kreuzen und geometrischen Motiven
  • Fresken des 16. Jahrhunderts im Inneren, teilweise erhalten
  • Dreigeschossiger Glockenturm mit Blick über die Weinberge des Alasani

Neben der Kirche befindet sich ein kleines Museum mit archäologischen Funden aus den Grabungen vor Ort.

viñedos de Kakheti Georgia — región del vino georgiano paisaje otoño
Die Weinberge Kachetiens umgeben die Ruinen von Gremi und erinnern an die Rolle des Weins im mittelalterlichen Königreich

Besuch von Gremi: Weinstraße in Kachetien

Gremi liegt 15 km von Telawi, der modernen Hauptstadt Kachetiens. Es ist ein perfekter Stopp auf der Weinstraße Kachetiens, kombiniert mit dem Kloster Alawerdi (5 km) und den Weingütern der Region. Mit dem Taxi ab Telawi: etwa 15–20 GEL. Museumseintritt: ~3 GEL.

Häufige Fragen

Was zerstörte die Stadt Gremi?

Schah Abbas I. von Persien (Safawiden) zerstörte Gremi 1616 vollständig während einer seiner Vergeltungsfeldzüge gegen das Königreich Kachetien, das russische Unterstützung suchte. Die Zerstörung war bewusst und total; die Stadt wurde nie wieder aufgebaut.

Kann man die Fresken der Erzengel-Kirche besichtigen?

Ja, das Kircheninnere ist zugänglich und bewahrt Fragmente von Fresken des 16. Jahrhunderts mit religiösen Szenen. Das Licht darin ist gedämpft; eine kleine Taschenlampe hilft, sie besser zu sehen.

Kann man Gremi mit anderen Sehenswürdigkeiten in Kachetien kombinieren?

Es ist die ideale Kombination mit dem Kloster Alawerdi (5 km südlich) und den Weingütern der Region. Von Telawi aus ist auch Signaghi (40 km), das romantischste Dorf Georgiens, am selben Tag erreichbar.