Becho, Georgien: Das Dorf in Swanetien mit Blick auf den Berg Ushba
Becho ist eines jener Dörfer, die Reisende fast zufällig entdecken und die schließlich zu ihren Lieblingsorten im Kaukasus werden. Gelegen in der Region Samegrelo-Zemo Swanetien im Nordwesten Georgiens, verkörpert dieser kleine Ort die Quintessenz des georgischen Landtourismus: majestätische Berge, Stille, echte Gastfreundschaft und der allgegenwärtige Schatten des Berges Ushba, einer der beeindruckendsten und ikonischsten Gipfel des Kaukasus.
Swanetien: der kulturelle Kontext von Becho
Becho gehört zur Region Swanetien, die von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurde wegen ihrer charakteristischen mittelalterlichen Wehrtürme (Koshkebi), die über den Dächern der Steinhäuser aufragen. Diese Türme, zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert erbaut, dienten als Zuflucht bei Invasionen und Familienstreitigkeiten und sind das bekannteste Symbol der swanischen Kultur.
Die Swanen — das Volk, das Swanetien bewohnt — bewahren ihre eigene Sprache (das Swanische, eine kartvelische Sprache ohne eigene Schrift), ihre polyphonen Musiktraditionen und eine Lebensweise, die sich in vielen Aspekten seit Jahrhunderten nicht grundlegend verändert hat.
Wandern und Bergsteigen von Becho aus
Becho ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für verschiedene Wanderrouten im Großen Kaukasus. Die beliebteste Route führt zum Chalaati-Gletscher, einem beeindruckenden Hängegletscher, der in 3–4 Stunden Fußmarsch vom Dorf aus erreichbar ist. Der Anblick des Gletschers, der zwischen schwarzen Felswänden herabfällt, mit dem Ushba im Hintergrund, ist von überwältigender Schönheit.
Für Bergsteiger ist Becho auch ein klassisches Basislager für den Versuch, den Berg Ushba (4.710 m) zu besteigen, eine der schwierigsten und gefährlichsten Besteigungen im Kaukasus, die ausschließlich sehr erfahrenen Bergsteigern mit einheimischem Führer vorbehalten ist.
Wie man nach Becho gelangt
Becho liegt etwa 15 km von Mestia, der Hauptstadt Swanetiens, entfernt, mit der es durch eine Gebirgsstraße verbunden ist (im Sommer mit normalem Auto befahrbar; im Winter kann ein 4x4 erforderlich sein). Von Tiflis gibt es Flüge nach Mestia (45 Minuten) oder direkte Marschrutkas (9–10 Stunden). Die Wanderroute Mestia-Ushguli führt in der Nähe von Becho vorbei.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es Unterkunft in Becho?
Ja, wenn auch begrenzt. Becho hat mehrere familiäre Gästehäuser (Guesthouses), die Zimmer mit Frühstück und Abendessen anbieten. Die swanische Gastfreundschaft ist legendär: Die Gastgeber bereiten in der Regel traditionelle lokale Gerichte zu. Es empfiehlt sich, in der Hochsaison (Juli–August) im Voraus zu buchen.
Worin unterscheidet sich Becho von Mestia?
Mestia ist die Hauptstadt Swanetiens und hat mehr touristische Infrastruktur (Hotels, Restaurants, Geschäfte). Becho ist viel kleiner, ruhiger und authentischer, ideal für alle, die dem Tourismus entfliehen und in das ländliche swanische Leben eintauchen wollen. Es ist ideal, beide zu kombinieren: Basis in Mestia, Tagesausflug nach Becho.
Wann ist die beste Zeit, Becho zu besuchen?
Von Juni bis September ist die ideale Wandersaison. Im Juli und August ist das Wetter stabiler, aber es gibt mehr Besucher. Im Juni und September ist weniger los und die Landschaft ist spektakulär. Im Winter ist Becho durch den Schnee abgeschnitten und der Zugang kann sehr schwierig sein.