Teppichmuseum Baku: die Geschichte der aserbaidschanischen Textilkunst in einem einzigartigen Gebäude

An der Strandpromenade von Baku, am Kaspischen Meer, zieht ein Gebäude die Aufmerksamkeit auf sich, noch bevor man sieht, was sich darin befindet: das Aserbaidschanische Teppichmuseum, in Form eines traditionellen aufgerollten Teppichs erbaut, ist eines der auffälligsten Beispiele konzeptueller Architektur im Kaukasus. Und das Innere hält, was das Äußere verspricht: mehr als 14.000 Textilobjekte, die 2.500 Jahre aserbaidschanischer Handwerkskunst erzählen.

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Das Teppichmuseum Baku, von dem deutschen Architekten Franz Janz in Form eines aufgerollten Teppichs entworfen, an der Uferpromenade des Kaspischen Meeres.

Geschichte des Teppichmuseums Baku

Die Institution wurde 1967 mit dem Ziel gegründet, die aserbaidschanische Textiiltradition zu bewahren, eine der reichsten der islamischen Welt. Im Jahr 2014 zog sie in das spektakuläre heutige Gebäude um, das vom deutschen Architekten Franz Janz entworfen wurde und dessen geschwungene Silhouette von 2.400 m² die Form eines sich aufrollenden Teppichs nachahmt. Die Sammlung umfasst Teppiche vom 18. Jahrhundert bis hin zu zeitgenössischen Werken sowie Seidengewebe, Stickereien und regionale Trachten.

Die Sammlung: eine Reise durch die regionalen Schulen

Die großen aserbaidschanischen Webschulen

Der aserbaidschanische Teppich gliedert sich in sechs große Regionalschulen: Baku, Ganja, Kazakh, Karabakh, Shirvan und Tabriz. Jede hat ihren eigenen visuellen Ausdruck: die geometrischen Motive des Shirvan, die floralen Medaillons des Karabakh, die symmetrischen Kompositionen der Kazakh-Schule. Das Museum ermöglicht es dem Besucher, diese Unterschiede anhand erläuternder Tafeln in mehreren Sprachen nachzuvollziehen.

Einzigartige Stücke und historische Sammlung

Zu den wertvollsten Stücken der Sammlung gehören Teppiche aus dem 18. Jahrhundert aus Privatsammlungen, Seidenwandteppiche in Kilim-Technik und Exemplare mit kalligraphischen Inschriften, die als rituelle Gegenstände dienten. Die Abteilung mit Webinstrumenten zeigt traditionelle Webstühle und Arbeitswerkzeuge.

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Aserbaidschanische Teppiche sind bekannt für ihre filigranen geometrischen Motive und ihre chromatische Vielfalt, das Ergebnis jahrhundertelanger handwerklicher Tradition.

Workshops und Bildungsprogramme

Das Museum bietet Webworkshops an, bei denen Besucher unter der Anleitung erfahrener Handwerkerinnen mit Materialien und Techniken experimentieren können. Die Workshops müssen im Voraus gebucht werden und sind besonders für Gruppen empfehlenswert. Das Museum veranstaltet auch jährliche Teppichfestivals mit Live-Vorführungen und einem Markt für handgefertigte Stücke.

Nach dem Museum ist der Yashil Bazar der ideale Ort, um kleine Teppiche und Textilien zu erschwinglicheren Preisen zu erwerben. Und wenn Ihr Interesse am aserbaidschanischen Kunsthandwerk tief verwurzelt ist, sollten Sie die Werkstatt Ali Shamsi in der Altstadt nicht verpassen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet der Eintritt ins Teppichmuseum Baku?

Der reguläre Eintritt kostet ca. 10 AZN. Es gibt Ermäßigungen für Studenten, Rentner und Gruppen. Die Führung kostet extra, ist jedoch sehr empfehlenswert, um den historischen Kontext der Stücke zu verstehen.

Was macht das Teppichmuseum Baku einzigartig?

Seine doppelte Einzigartigkeit: die Sammlung, die mit über 14.000 Stücken die umfassendste der Welt zu aserbaidschanischen Teppichen ist, und das Gebäude, das in Form eines aufgerollten Teppichs gestaltet ist und selbst ein architektonisches Kunstwerk darstellt.

Wo befindet sich das Teppichmuseum in Baku?

Es liegt an der Strandpromenade (Bulvar) von Baku, am Kaspischen Meer, und ist vom historischen Stadtzentrum leicht zu Fuß oder mit der U-Bahn (Station Sahil) erreichbar.