Dorf Lahich: Das Kupfer- und Schmiedehändwerksdorf in den Bergen Aserbaidschans
An den Ausläufern des Großen Kaukasus, etwa 170 km nordwestlich von Baku, trotzt das Dorf Lahich seit Jahrhunderten dem Lauf der Zeit mit der gleichen Hartnäckigkeit, mit der seine Handwerker Kupfer schlagen. Dieses malerische mittelalterliche Dorf in der Region Ismailli ist im gesamten Kaukasus bekannt für seine Handwerkstradition in Schmiedekunst und Messerfertigung, ein Handwerk, das die Einwohner seit mehr als 500 Jahren von Generation zu Generation weitergeben und das heute noch in den zur Straße hin geöffneten Werkstätten lebt.
Das Handwerk von Lahich: Kupfer, Eisen und Tradition
Beim Spaziergang durch die Hauptstraße von Lahich empfängt Sie das metallische Hämmern auf Kupfer, noch bevor Sie die Werkstätten erblicken. Die Handwerker von Lahich fertigen alles von Kupfertöpfen und Kesseln über Stahlklingenmesser, Sporen und geschmiedete Eisenschlösser bis hin zu dekorativen Objekten mit geometrischen Motiven. Jedes Stück wird von Hand mit Techniken gefertigt, die sich seit dem Mittelalter nicht verändert haben, als Lahich ein Durchgangspunkt auf den Karawanenrouten des Kaukasus war.
Die Handwerkerstraße
Die Hauptstraße des Dorfes — gepflastert und gesäumt von Werkstätten und Läden — ist das Herzstück des Lahich-Erlebnisses. Hier können Sie den Handwerkern bei der Arbeit zusehen, sich per Gesten mit ihnen verständigen und direkt in der Werkstatt einzigartige Kupfer- oder Stahlstücke zu sehr vernünftigen Preisen kaufen.
Architektur und Geschichte von Lahich
Die Häuser von Lahich zeigen eine einzigartige Mischung aus persischen und kaukasischen Einflüssen: Schieferdächer, geschnitzte Holzbalken, Jalousie-Fenster und Türen mit schmiedeeisernen Beschlägen, die in den eigenen Werkstätten des Dorfes hergestellt werden. Das Dorf bewahrt eine historische Moschee aus dem 17. Jahrhundert und mehrere traditionelle Bäder (Hamam), deren Kuppeln perfekt erhalten sind.
Naturraum: Wandern im Großen Kaukasus
Lahich liegt auf etwa 1.500 Metern Höhe in einem bewaldeten Tal des Großen Kaukasus, das Wanderwege für alle Schwierigkeitsgrade bietet. Die vom Dorf ausgehenden Pfade führen durch Buchen- und Eichenwälder, queren Bäche und bieten Aussichten auf die verschneiten Gipfel des Kaukasus. Die beste Wanderzeit ist von Mai bis Oktober.
Lahich lässt sich hervorragend mit einem Besuch der Albanischen Kirche von Kish in Scheki und dem Palast des Khans von Scheki auf einer zweitägigen Route durch den Nordwesten Aserbaidschans verbinden.
Häufig gestellte Fragen
Wie kommt man von Baku nach Lahich?
Lahich liegt etwa 170 km von Baku entfernt. Die übliche Route führt über die Autobahn nach Ismailli und dann über eine Gebirgsstraße bis ins Dorf (ca. 40 km zusätzlich). Der Zugang auf den letzten Kilometern erfordert ein Fahrzeug mit guter Federung. Viele Reisende buchen eine Tour ab Baku, die den Transport im Geländefahrzeug (4x4) einschließt.
Welches Kunsthandwerk kann man in Lahich kaufen?
Die beliebtesten Objekte sind Kupfergefäße, gravierte Tabletts, handgefertigte Messer, schmiedeeiserne Schlösser und Kupferlöffel. Die Preise sind direkt in den Werkstätten des Dorfes sehr günstig.
Gibt es Unterkunftsmöglichkeiten in Lahich?
Ja, es gibt einige familiäre Gästehäuser, die Übernachtung mit Frühstück im Dorf selbst anbieten. Es ist auch möglich, Lahich als Tagesausflug von Ismailli oder Baku aus zu unternehmen, doch eine Übernachtung ermöglicht es, die ruhige Atmosphäre des Dorfes in der Abenddämmerung zu genießen.