Quba: die Stadt der Äpfel und Teppiche am Fuß des Kaukasus, mit der jüdischen Stadt jenseits des Flusses und der Straße nach Chinalug
Wo die trockene kaspische Ebene endet und die Apfelbäume beginnen, 170 km nördlich von Baku, liegt Quba, die Stadt im Norden Aserbaidschans, die das Tor zu den Bergen ist: Dahinter steigen die Hänge des Großen Kaukasus bis Chinalug und Laza, und davor, jenseits des Flusses Gudialtschai, liegt Qırmızı Qəsəbə, eine ganze Stadt von Bergjuden, die seit dem 18. Jahrhundert hier sind. Quba hat Teppiche mit eigener Schule, eine rote Backsteinmoschee, die beste Luft des Landes im August und Äpfel im Oktober, und es ist die Basis für den ganzen Norden. Dieser Ratgeber erzählt, was es gibt, was ringsum liegt, wie man hinkommt und wie viele Tage.
Die Stadt
Quba war im 18. Jahrhundert Hauptstadt eines Khanats, das von Fatali Khan, der Nordaserbaidschan einte, bevor 1806 die Russen kamen, und aus dieser Zeit sind der Stadtgrundriss und die Dschuma-Moschee von 1802 geblieben, achteckig, aus rotem Backstein mit Metallkuppel, das Gebäude, das man sehen muss. Daneben der Nizami-Park mit den alten Platanen, der Basar mit den Äpfeln, Walnüssen und dem Honig des Bezirks und am südlichen Ortsausgang das Völkermord-Mahnmal, errichtet über dem 2007 gefundenen Massengrab mit den Opfern der Massaker von 1918, derer Aserbaidschan jedes Jahr am 31. März gedenkt. Die Teppiche von Quba mit ihren Medaillons und geometrischen Bordüren sind eine der Schulen, die die UNESCO 2010 in das immaterielle Erbe aufnahm, und man kauft sie in den Werkstätten der Stadt und der Dörfer, wo sie noch von Hand geknüpft werden.
Qırmızı Qəsəbə, die jüdische Stadt
Jenseits der Brücke über den Gudialtschai ist Qırmızı Qəsəbə, das rote Dorf, auf Russisch Krasnaja Sloboda, eine Stadt von rund dreitausend Menschen, fast alle Juden: die Bergjuden, die seit der Antike im Kaukasus leben, Juhuri sprechen, eine jüdisch-iranische Sprache, und sich 1742 hier niederließen, als der Khan von Quba ihnen Land jenseits des Flusses gab. Es ist die größte rein jüdische Stadt außerhalb Israels, mit zwei genutzten Synagogen, der Sechskuppelsynagoge von 1888 und der Giləki, einem 2020 in einer restaurierten Synagoge eröffneten Museum der Bergjuden, großen Häusern von Familien, die in Moskau zu Geld kamen und im Sommer zurückkehren, und einer Atmosphäre, die am Sabbat stillsteht. Man besichtigt sie in einer Stunde zu Fuß, mit Respekt in den Synagogen, und das Museum erklärt den Rest.
Die Umgebung
Der Wald von Qetschresch, 8 km entfernt, mit Eichen, Holzhäusern aus den sechziger Jahren und Tschaichanas, in denen die Leute aus Baku das Wochenende verbringen. Die Straße nach Chinalug, 57 km Asphalt durch den Canyon des Gudialtschai zum Dorf auf 2.200 m mit eigener Sprache, Welterbe seit 2023, anderthalb Stunden im Sommer mit normalem Auto, der Ausflug des Nordens. Laza mit seinen Wasserfällen und der Wanderroute nach Chinalug. Und im Süden die Tengi-Schlucht und der Afurja-Wasserfall im Tal des Velvelechay.
Die Äpfel
Quba ist der Apfel Aserbaidschans: Der Bezirk erzeugt den größten Teil der Äpfel des Landes in Obstgärten, die die Stadt von allen Seiten umgeben, und im Oktober füllen sich Märkte und Straßenränder mit Kisten lokaler Sorten, Dschir Hadschi, Quba-Rot, kiloweise verkauft und nach Baku und Russland geschickt. Daraus werden Kompott, Saft und die Süßigkeiten der Region; auf dem Tisch von Quba stehen außerdem Lamm, Plov und Tandirbrot.
Anreise und Tage
Von Baku Marschrutkas und Busse vom Nordbusbahnhof jede halbe Stunde, zweieinhalb Stunden über die Autobahn; mit dem Auto dasselbe. Quba hat Hotels aller Klassen und Guesthouses und ist die logische Basis: ein Tag für die Stadt und Qırmızı Qəsəbə, einer für Chinalug und ein dritter für Laza oder das Tal des Velvelechay. Als Tagesausflug von Baku sieht man die Stadt und die jüdische Stadt, aber nicht die Berge.
Häufige Fragen
Was ist Qırmızı Qəsəbə?
Die Stadt der Bergjuden gegenüber von Quba jenseits des Flusses, 1742 mit Erlaubnis des Khans gegründet, mit rund dreitausend Einwohnern, zwei genutzten Synagogen und einem 2020 eröffneten Museum; sie ist die größte rein jüdische Stadt außerhalb Israels, und ihre Gemeinde, die Juhuri spricht, lebt seit der Antike im Kaukasus.
Wie kommt man von Quba nach Chinalug?
Über 57 km asphaltierte Straße, die durch den Canyon des Gudialtschai aufsteigt, anderthalb Stunden im Sommer mit normalem Auto, ohne Geländewagen; im Winter schneidet der Schnee sie ab. In Quba gibt es Taxis für Hin- und Rückfahrt mit Wartezeit, und Chinalug hat Familienhäuser zum Übernachten.
Kann man von Quba aus wandern?
Ja: der Wald von Qetschresch für Spaziergänge, die Tengi-Schlucht und der Afurja-Wasserfall im Süden, und von Laza und Chinalug die zwei- oder dreitägigen Bergrouten zwischen den beiden Dörfern mit lokalem Führer; Juni bis September. Quba ist die Basis zum Schlafen und zum Einkaufen von Proviant vor dem Aufstieg.